Hüfingen und seine unersättliche Gier nach der Hundesteuer

Hüfingen und seine unersättliche Gier nach der Hundesteuer

2. Januar 2021 6 Von Andreas Hofmann

Meine Gedanken als Hundebesitzer

Wir schreiben den 02. Januar 2021, 09:10 Uhr. Das neue Jahr ist gerade mal 33 Stunden alt, da flattert den werten Hundebesitzern in Hüfingen auch schon der “Hundesteuer Veranlagungsbescheid für das Jahr 2021” in den Briefkasten.
Bemerkenswert ist, dass der 02. Januar ein Samstag ist, der Briefumschlag keinen Poststempel trägt und das Schreiben selbst auf den 07.01.2021 datiert ist.

Respekt liebe Stadtverwaltung, da habt Ihr Euch mal selbst überholt. Wenn es nur bei allen Dingen so schnell gehen würde, dass man einem Verwaltungsakt der am 07.01.2021 ergeht, 5 Tage voraus ist. Alter Schwede, das macht Euch so schnell keiner nach.
Aber ganz ehrlich, darauf braucht Ihr nicht stolz zu sein. Im Gegenteil, zeigt es doch mal wieder, wie gierig die Stadt Hüfingen auf die Hundesteuer ist.
Wohlgemerkt ganz leicht verdientes Geld, denn bei der Hundesteuer handelt es sich ja um eine sogenannte Aufwandssteuer, also eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung gegenübersteht, sondern die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunaler Aufgaben mitverwendet wird.
Dass die Stadt Hüfingen bei der Hundesteuer zu den teuersten Gemeinden im Schwarzwald-Baar-Kreis gehört sei nur nebenbei erwähnt.
Erst im Jahr 2019 wurde die Hundesteuer für den 1. Hund von 100€ auf 125€ erhöht. Für den 2. Hund zahlt man dann auch schon das Doppelte.
Wen wundert es da noch, dass es die Spatzen bereits von den Dächern pfeifen, dass für die kommenden Jahre schon wieder an der Schraube zur Erhöhung der Hundesteuer in Hüfingen gedreht werden soll.

Zum Vergleich seien hier von anderen Städten/Gemeinden im Umkreis die Sätze für die Hundesteuer, jeweils für den 1. Hund (Stand 12/2020) aufgeführt:
Donaueschingen: 108€
Brigachtal: 108€
Königsfeld: 90€
Bräunlingen: 90€
St. Georgen: 96€
Schönwald: 84€
Furtwangen: 100€
Villingen-Schwenningen: 120€
Hüfingen: 125€
Blumberg: 130€

Der Durchschnitt bei der Hundesteuer liegt im SBK bei ca. 98€.
Selbst in Freiburg, dem Sitz unseres zuständigen Regierungspräsidiums kostet der 1. Hund nur 102€ und in der Landeshauptstadt Stuttgart auch nur 108€.

Dass es auch anders geht, zeigen einige Beispiele aus dem Großraum München:
München: 100€
Poing: 50€
Erding: 35€
Tutzing: 40€
Germering: 50€
Gräfelfing: 26€

Lebensfreude pur!

Gedanken über unseren Status als Hundebesitzer

Es ärgert uns sehr, dass wir uns als Hundebesitzer von sehr vielen Seiten anfeinden lassen müssen. Unsere Hunde verursachen Schmutz. Unsere Hunde bellen. Unsere Hunde laufen “überall” herum und womöglich sogar ohne Leine. Unsere Hunde werden als gefährlich eingestuft, wenn sie jemanden anspringen.

Wir lieben unsere Hunde. Wir machen uns aber täglich zum Gespött zahlreicher Menschen!

Und: Wir machen uns zu Zielscheiben für Hundehasser, Rentner, Jogger, Fahrradfahrer, Forstmenschen, Nachbarn und… und… und…!

Haben wir auch “Freunde”? Natürlich! Die sitzen in den Finanzgremien der Regierung und natürlich zwangsläufig in der Wirtschaft, die wir ja allein mit rund 4 Milliarden Euro im Jahr doch recht tatkräftig unterstützen.

Wir stellen uns die Frage: Hat sich schon mal jemand bei uns bedankt, weil unsere Hunde offensichtlich eine Vielzahl von Arbeitsplätzen sichern und das dauerhaft und zuverlässig? Hat jemals ein Mensch das Wort “DANKE” in den Mund genommen, da das Steueraufkommen aus Hundesteuer auch in die Finanzierung der Kitas fließt?

Haben wir je ein Dankschreiben der Kommune erhalten, weil wir jährlich einige hundert Euro an Hundesteuer zahlen, die die Gemeinde für alles, nur nicht für Tiere verwendet?

Wurden aus Mitteln der Hundesteuer jemals für die Hunde “Spielplätze”, also Hundewiesen gebaut? Vielleicht mal Badeteiche? Oder nur ein winziges Freilaufgebiet, wo man sich mit anderen Vogelfreien ungestört zum Austausch treffen kann?

Nein, denn die Hundesteuer ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung (etwa das Reinigen der Straßen von Hundekot oder das Aufstellen von Hundekotbehälter und Kottütenstationen) gegenübersteht und die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwandt wird und es handelt sich um eine Aufwandsteuer. Also leicht verdientes Geld für die Kommune, für das sie nicht mal eine Gegenleistung erbringen muß. Deshalb kann man das ja auch mal locker um ein Viertel des bisherigen Betrags erhöhen, und wer sich 2 Hunde leistet, zahlt für den zweiten gleich das Doppelte.

Was uns richtig ankratzt ist aber das Wissen, dass unsere Hunde bis heute nicht als soziale, lebende, denkende und fühlende Wesen angesehen werden. Sie sind “Luxusgüter”, die entsprechend besteuert und gemaßregelt werden. Da denkt niemand daran, dass Hunde wundervolle Sozialpartner sind, die Alten, Kranken und Behinderten helfen. Hunde verlängern unser Leben, machen uns gesünder und wir verkommen nicht als Couch-Potatoes. Wir sparen also auch noch den Krankenkassen Geld! Für viele ältere Menschen ist ihr Hund der einzige Sozialkontakt den sie noch haben. Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie diese sich das mit einer schmalen Rente noch leisten sollen?

Allen Rentnern (ohne Hunde), die uns mit unseren Hunden heute frohgemut beschimpfen, beleidigen und bedrohen sei mal gesagt: Auch IHR braucht vielleicht mal einen Therapiehund, der Euch besucht und Freude bringt. Und zwar dann, wenn menschliche Besucher schon lange die Segel vor Eurer ewigen Nörgelei gestrichen haben!

Seit Millionen von Jahren begleiten Hunde den Menschen und wie danken wir es? Wir besteuern, kontrollieren, beobachten, zeigen an, maßregeln und schätzen ein. Wir beuten aus, und zwar mental und finanziell.

Hunde sind gern gesehen, wenn sie Blinden die Augen ersetzen, wenn sie Drogen, Falschgeld und Sprengstoff finden und wenn sie einen Verbrecher jagen. Sozialkompetente Tätigkeiten nennt man das wohl!
Wer hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wenn er im Gasthaus vor seinem Rehrücken sitzt, wem er diesen eventuell zu verdanken hat? Wahrscheinlich dem Jagdhund, der zur Nachsuche eingesetzt wurde, weil der Bock nicht richtig getroffen wurde und verletzt im Unterholz verschwunden ist. Das Stück Fleisch auf dem Teller gehört genau genommen dem Hund, der das Wild gefunden hat!

Aber für die meisten Menschen sind Hunde doch nur eins: Ein lästiges Luxus-Übel! Wesen, denen man Intelligenz, Sozialverhalten, Konfliktbewältigung und die Fähigkeit zu emotionalen Regungen einfach pauschal abspricht! Allenfalls Forschungsobjekte sind sie.

Und wir Hundemenschen? Wir sind ohnehin alle komplett verblödet. Warum? Wir lieben unsere Hunde. Wir reden mit ihnen, leben in einem sozialen Verband mit ihnen. Wir versorgen unsere Hunde, wie wir einen kranken Verwandten versorgen würden. Wir weinen um unsere Hunde, wenn sie sterben und wir beerdigen sie so, wie man eben jemanden beerdigt, den man sehr geliebt hat. Wir teilen unsere Couch mit unseren Hunden, manchmal unser Essen, immer aber unsere Liebe.

Und dann gibt es noch die Individuen, die wir nicht als Menschen bezeichnen würden. Die, die ihre Hunde ausbeuten, quälen, brechen und misshandeln. SIE sind diejenigen, um die sich unser Staat kümmern müsste. Denen das Handwerk gelegt werden muss, die vor Steuern ersticken sollen. Aber das wäre ja zu einfach!

Bei über 5 Millionen Hunden in deutschen Haushalten ist es einfacher, sich an deren Haltern schadlos zu halten, als an den vergleichsweise wohl wenigen Menschen, die aus reiner Profitgier die “Ware Hund” für sich ausnutzen.

Vielleicht sollte unsere Regierung in Bund, Land und Kommune endlich einmal darüber nachdenken und adäquat handeln. Mal im Sinne der Tiere und deren Halter. Mal moralisch das Tier zu sehen und als das, was es ist: Ein fühlendes, denkendes Wesen, welches uns als Menschen das Leben ein Stückchen lebenswerter macht. In einer Zeit, wo echte menschliche Freundschaften rar geworden sind und wir uns manchmal nur auf die Liebe unseres Tieres verlassen können. Das aber zu 100% und in allen Lebenslagen. Ein Hund belügt dich nicht, er zeigt was er von dir hält, im Gegensatz zu vielen Mitmenschen.